Viele Frauen kennen die unsägliche Anstrengung, schön und verführerisch sein zu müssen; bezaubernd und viel versprechend in angezogenem Zustand und göttinnengleich in splitterfaser Nacktheit. Derart auf Wirkung aus, kann es leicht geschehen, dass frau sich abhanden kommt, dass sie sich selbst vergisst, ihr eigenes Wohlbefinden sträflich vernachlässigt – immer mit der Peitsche im Hinterkopf, gefallen zu müssen. In der Sexualität bleibt unter dieser Prämisse oft eigenes Begehren auf der Strecke.
Mit dem Älterwerden ändert sich vieles. Manch eine Vierzigjährige erlebt einen gehörigen Schock, wenn sie mit ihrer 15-jährigen Tochter einen Stadtbummel macht und die Blicke der Herren an ihr vorbeizielen, um beim Anblick des „Kindes“ wonnetrunken hängen zu bleiben. Aber der Schock heilt auch, er bringt Realität in das Bewusstsein und öffnet neue Lebensperspektiven.